Die Geschichte

Trondheim wurde im Jahre 997 vom Wikingerkönig Olav Tryggvason gegründet. Anschließend war die Stadt Sitz des Königs und somit Hauptstadt Norwegens. König Olav der Heilige starb 1030 in Trondheim. Um das Jahr 1000 lebte Leif Eriksson, einer der Entdecker Amerikas, für ein Jahr als Mitglied der Prätorianergarde König Olavs in Trondheim.

1152 sandte Papst Anastasius IV. den Kardinalbischof Nikolaus Breakspear als Bevollmächtigten nach Norwegen. Dort errichtete dieser in Nidaros eine norwegische Kirchenprovinz mit einem Erzbischof. Es ist anzunehmen, dass dafür ein längerer diplomatischer Vorlauf nötig war. Die Quellen berichten lediglich, dass sich König Sigurd Jorsalfari für die Schaffung eines Erzbistums in Norwegen eingesetzt habe. Norwegen war in 4 Bistümer aufgeteilt, hinzu kamen die Bistümer auf den Färöern und auf Grönland. Außerdem konnte sich die Kirche durch die Einführung des Kirchenzehnten auf eine stabile finanzielle Grundlage stützen. Unter Sigurd und seinen Brüdern war es zu einer religiösen Erneuerungsbewegung gekommen, während dieser viele Klöster gegründet wurden. Diese wiederum brachten die Strömungen der kontinentaleuropäischen Reformbewegungen nach Norwegen. Nikolaus Breakspeare war selbst Augustiner. Der Bestätigungsbrief des Papstes stammt vom 30. November 1154, wann allerdings Nikolaus Breakspear das Erzbistum gründete, ist nicht genau zu ermitteln. Es war entweder im Herbst 1152 oder in der ersten Hälfte des Jahres 1153. Erster Erzbischof wurde Jon Birgersson. Zur Weihe des Erzbischofs kamen die drei Könige, die Bischöfe des Landes und die vornehmsten Vertreter aller Landesteile und Bistümer, so dass daraus auch eine Kirchen- und Reichsversammlung wurde, die als Muster für spätere Reichsversammlungen und -synoden diente.

Nach König Olavs Tod pilgerten viele zum Totenschrein des heiligen Königs. Die Stadt wuchs und wurde zur reichsten und größten Stadt des Landes. Durch die Reformation endeten die Pilgerzüge, der Schrein wurde vernichtet, und Kirche und Kloster wurden aufgehoben.

Mehrmals brannte die Stadt ab, im Jahre 1681 wurde so die gesamte Altstadt vernichtet. Christian V. ließ darauf eine neue Stadt anlegen. Als Vorbild galt Versailles, vom Markplatz gingen breite Straßen in alle Richtungen. Außerdem wurden Festungsanlagen gebaut. Die Altstadt Trondheims liegt auf einer Halbinsel, die auf drei Seiten vom Fluss und auf einer Seite vom Fjord begrenzt wird. Durch diese günstige, leicht zu verteidigende Lage und den natürlichen Hafen der Flussmündung konnte sich die Stadt zu einem blühenden Handelszentrum der Region entwickeln. Im 17. Jahrhundert wurde die Flussmündung durch einen Erdrutsch für die meisten Schiffe zu flach und ist heute nur noch im untersten Bereich befahrbar.

Ende des 18. Jahrhundert wuchs die Stadt weiter. Grund war der Anschluss an das norwegische Eisenbahnnetz (1877) und an das schwedische Eisenbahnnetz (1881).

Während des Zweiten Weltkriegs war Trondheim von April 1940 bis zum Ende im Mai 1945 von deutschen Truppen besetzt (Operation Weserübung). Von dieser Zeit zeugen noch zum Beispiel Fundamente von Fliegerabwehrkanonen sowie die beiden U-Boot-Bunker Dora 1 und Dora 2.

Zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Norwegens stehen in Trondheim. Der Nidarosdom und der Palast des Erzbischofs befinden sich direkt nebeneinander am Rande der Altstadt. Der Dom ist auch heute noch das geistliche Zentrum Norwegens und alle königlichen Krönungszeremonien finden dort statt.

Im Fjord liegt unweit der Stadt die kleine Insel Munkholmen. Zur Zeit der Christianisierung Norwegens wurde darauf ein Kloster erbaut, das später auch als Munitionslager und Gefängnis benützt und entsprechend adaptiert wurde. Während der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg wurden auf der Insel Fliegerabwehrkanonen erricht, deren Reste und Fundamente heute noch zu sehen sind. Im Sommer fährt halbstündlich ein Ausflugsboot von der Ravnkloa am Ende der Munkegata im Hafen Trondheims zur Insel, die die Norweger gerne zum Sonnenbaden und Schwimmen nutzen.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Fernsehturm Tyholttårnet mit einer Aussichtsplattform und einem drehenden Restaurant, die alten Speicherhäuser am Nidelva, die Holzbrücke Gamle bybro und die Festung Kristiansten auf einer Anhöhe unweit der Altstadt.